Ohne Esprit in Lüneburg

Feb 12, 2023

Am Samstagabend mussten die BR Volleys ihre dritte Niederlage der laufenden Bundesliga-Saison schlucken. Bei der SVG Lüneburg konnten die Berliner keinen entscheidenden Druck auf die gut aufgelegten Hausherren ausüben und zogen mit 0:3 (21:25, 24:26, 21:25) klar den Kürzeren. Durch die Niederlage der Hauptstädter ist die Tabellenführung nun in Gefahr, denn der VfB Friedrichshafen könnte mit einem Heimsieg gegen die SWD powervolleys Düren am Sonntag vorbeiziehen.

Cedric Enard konnte in der LKH Arena wieder seine aktuelle Bestformation aufbieten, musste aber mit Adam Kowalski (familiäre Gründe) auf eine Alternative in seinem Kader verzichten. Die ohnehin druckvolle Atmosphäre wurde durch die Verkündung der Vertragsverlängerung von Heimtrainer Stefan Hübner um gleich fünf Jahre vor Spielbeginn noch einmal zusätzlich angeheizt. So hatte der Deutsche Meister von Anfang an einen schweren Stand und bekam keine Sicherheit ins eigene Spiel. Nachdem der “LüneHünen“-Block gegen Ruben Schott zur ersten technischen Auszeit stand (5:8), konnte sich der Berliner Vizekapitän mit einer Aufschlagserie revanchieren (12:10). Das Pendel schlug in der Folge aber wieder zugunsten des Heimteams aus. Lüneburg erarbeitete sich viele zweite und dritte Chancen aus guten Situationen und konnte diese vor allem über Cowell und Ewert nutzen (13:16, 16:21). Weil die Berliner keinen richtigen Zugriff auf das Angriffsspiel der Lüneburger entwickeln konnten und Timothée Carle ins Netz griff, ging Satz eins an die Hausherren (21:25).

Mindestens einen Gang mussten die BR Volleys hochschalten und sie nahmen den Kampf nun etwas besser an. Die SVG wehrte weiter unheimlich gut ab, doch zumindest Marek Sotola konnte für seine Farben verlässlich punkten (8:10). Bei 16:15 zugunsten der Berliner griff Enard erstmals personell ein, denn Nehemiah Mote ersetzte Anton Brehme im Mittelblock. Ihren kleinen Vorteil verteidigten die BR Volleys zunächst, auch weil Stalekar sein gutes Spiel im Angriff untermauerte und zwei wichtige Punkte in der Crunchtime erzielte (23:21). Allerdings gelang Lüneburg per Dreierblock gegen Schott der Ausgleich (23:23) und ein Ass von Worsley sowie ein seltener Fehler von Sotola beendeten Satz zwei zugunsten der Männer in Blau (24:26).

Mit Cody Kessel für Carle wurde der nächste Anlauf gestartet, dem Match eine Wendung zu geben. Aber Lüneburg trat leidenschaftlicher und im Aufschlag stärker auf. Zwar hielten Schott & Co noch Schritt (7:7, 17:17), aber es fehlte weiter an Esprit. Ein Ass von Schnitzer läutete den abermals besseren Endspurt der Niedersachen ein (19:20). Die BR Volleys waren in Annahme und Angriff zu fehlerhaft (20:24) und Ewert durfte das Match per Hinterfeld-Angriff beenden. Joe Worsley, dessen Aufschlagserien in den Sätzen zwei und drei ausschlaggebend für den Ausgang waren, wurde zurecht MVP. Bei den BR Volleys waren Sotola und Stalekar Lichtblicke im Angriff, aber um in der nächsten Woche in gleich zwei Heimspielen gegen Ankara (Champions League) und Friedrichshafen (Bundesliga) wieder erfolgreich zu sein, benötigt es eine Steigerung des gesamten Teams.

Stimmen zum Spiel
Saso Stalekar: „Lüneburg hat ein klasse Spiel gezeigt und wir unseres heute nicht gefunden. Ich würde schon sagen, dass wir auf dem Court gekämpft haben und uns durch gute Abwehraktionen auch zeitweise zurückgekämpft hatten. Aber der letzte Schritt hat gefehlt. In den wichtigen Momenten haben wir die Punkte nicht gemacht. Sie haben diesen Sieg heute verdient und werden versuchen, uns in den nächsten Matches zu rehabilitieren.“

Johannes Tille: „Das Aufschlag-Annahme-Duell hat Lüneburg heute klar für sich entschieden und uns dann über die Mitte und den Pipe große Probleme bereitet. Selbst haben wir im Aufschlag einfach nicht den Druck entfachen können, den es gegen einen solchen Gegner braucht.“

Stefan Hübner: „Unser großes Ziel heute war, wieder von Beginn an mehr Feuer, Energie und Einsatz an den Tag zu legen. Wenn wir so auftreten, hat es kein Gegner leicht gegen uns. Wir haben in der Annahme und im Aufschlag gut gearbeitet und es hat vieles zusammengepasst. Damit konnten wir unsere Bilanz gegen Berlin endlich mal wieder etwas verbessern.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Nehemiah Mote, Antti Ronkainen, Cody Kessel, Angel Trinidad

Topwerte
Sotola 19 Punkte, 1 Block | Stalekar 8 Punkte (80 % Angriffsquote) | Schott 8 Punkte

Newsletter Anmeldung