Härtetest für ALBA

Mrz 21, 2023

EuroLeague-Champion Anadolu Efes Istanbul ist am Donnerstag zu Gast in Berlin.

Nach einer mit drei Siegen erfolgreich absolvierten Auswärtswoche kehren die Basketballer von ALBA BERLIN in dieser Woche für die nächsten beiden Spiele in die heimische Mercedes-Benz Arena zurück. In der Turkish Airlines EuroLeague wartet dabei am Donnerstag (23. März, 20 Uhr, live auf MagentaSport) ein ganz besonderes Highlight auf das Team von Trainer Israel González: Mit Anadolu Efes Istanbul kommt der amtierende EuroLeague-Champion nach Berlin.

Israel González (ALBA-Cheftrainer): „Die Siegesserie zuletzt hat uns sehr gut getan. Wir haben zwar keine Chance mehr auf die EuroLeague-Playoffs, dennoch können wir enorm viel aus den Spielen gegen solch starke Gegner wie Efes lernen. Istanbul will unbedingt noch die Playoffs erreichen und hat in der letzten Saison bewiesen, dass sie unter Druck performen können. Das macht sie am Donnerstag umso gefährlicher.“

Ben Lammers (ALBA-Center): „Efes hat in den letzten beiden Saisons den Titel in der EuroLeague gewonnen. Allein das zeigt, wie talentiert dieses Team ist. Auch wenn sie derzeit nicht auf einem Playoff-Platz stehen, ist Anadolu immer noch sehr stark. Um eine Chance auf den Sieg zu haben, müssen wir mit mehr Einsatz spielen und härter fighten als Istanbul.“

Das Team aus Istanbul sicherte sich beim Final Four in Köln 2021 und in der vergangenen Saison in Belgrad den Titel. In dieser Saison will Efes mit der seit Jahren kontinuierlich zusammengehaltenen Mannschaft den „Threepeat“ vollenden. Drei Titel in Folge konnte in der 2000 gegründeten EuroLeague allerdings noch nie ein Team gewinnen. Maccabi verfehlte dieses Ziel 2006 genauso wie Olympiakos 2014. Auch Anadolu Efes tut sich in dieser Saison schwer, das ambitionierte Saisonziel einzulösen.

Verletzungen bremsten die Spielmacher Larkin und Micić

Mit einer negativen Bilanz von 14:15 Siegen drohen die vom türkischen Nationaltrainer Ergin Ataman gecoachten Istanbuler nach bitteren Heimniederlagen gegen Maccabi und Partizan (zwei direkte Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Tickets) sogar das Playoff-Viertelfinale zu verpassen. Derzeit steht Efes nur auf dem elften Tabellenplatz. Mit Blick auf das harte Restprogramm (Mailand, Bologna und Monaco sowie das Derby gegen Fenerbahçe) ist ein Sieg in Berlin für Anadolu Efes am Donnerstag jetzt fast schon Pflicht.

Eine Ursache für die wechselhaften Leistungen des Titelverteidigers sind sicher die häufigen Verletzungen der beiden Point Guards Shane Larkin und Vasilije Micić. Der US-Amerikaner und der serbische Nationalspieler, die in den letzten drei Jahren das beste Spielmacher-Duo der EuroLeague bildeten, konnten in dieser Saison nur selten zusammen auf dem Parkett stehen. Phasenweise mussten sogar beide zuschauen. Dass beide seit zwei Wochen endlich wieder fit sind, nährt bei Efes die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Saison-Endspurt.

Forward Will Clyburn ist auch bei Anadolu Efes der Topscorer

Hochkarätig veredelt wird der Backcourt seit 2018 vom defensivstarken Rodrigue Beaubois, der Efes aber nach einer Sprunggelenkverletzung in den letzten drei Spielen auch als gefährlicher Dreierschütze fehlte. Für den routinierten Franzosen, der von 2009 bis 2013 vier Jahre lang an der Seite von Dirk Nowitzki für die Dallas Mavericks spielte (und 2011 NBA-Champion wurde), musste vor allem Elijah Bryant in die Bresche springen. Der US-Amerikaner warf Efes in der vergangenen Woche mit 17 Punkten (3/3 Dreier) zum 90:89-Sieg über Real Madrid.

Angesichts der Verletzungssorgen im Backcourt wurde die Rolle des im Sommer von ZSKA Moskau nach Istanbul gewechselten Will Clyburn bei Efes noch größer. Der athletische US-Forward führte ZSKA 2019 als Final-Four-MVP zum Gewinn der EuroLeague und war in der vergangenen Saison Topscorer der Moskauer. In Istanbul hat er seinen Punkteschnitt sogar noch einmal gesteigert. Mit 17,2 Punkten im Schnitt ist Clyburn der drittbeste Scorer der EuroLeague und holt als effektivster Spieler auch die meisten Rebounds für Efes.

Pleiss, Dunston und Žižić bilden vielseitiges Center-Trio

Auf der Position vier ersetzte Trainer Ergin Ataman den Franzosen Adrien Moerman im Sommer nach vierjähriger Zusammenarbeit durch Amath M’Baye. Der 34-Jährige ist ebenfalls französischer Nationalspieler und strahlt an der Dreierlinie mit einer über 50-prozentigen Quote große Gefahr aus, was im Spielsystem von Ataman eine wichtige Rolle spielt. Auch der US-Power Forward Chris Singleton zeichnet sich vor allem durch seinen sicheren Distanzwurf aus.

Die vielen Außenschützen schaffen in der Zone Platz für die sich dort abwechselnden Center. Während der 2014 und 2015 als bester Verteidiger der EuroLeague ausgezeichnete Bryant Dunston auch mit 36 noch das Rückgrat der Efes-Defense bildet, hat der zehn Jahre jüngere Kroate Ante Žižić seine größten Stärken in der Offensive. Tibor Pleiß ist in seiner zwölften EuroLeague-Saison als sicherer Dreierschütze in der Offensive ein genauso wichtiger Faktor wie in der Verteidigung, wo er mit 2,21 Metern und langen Armen die gegnerischen Würfe verändert.

In der türkischen Superliga nur noch auf dem vierten Platz

Auch in der türkischen Superliga läuft es für den letztjährigen Vizemeister (im Finale 1:3 gegen Fenerbahçe) in dieser Saison nicht nach Wunsch. Ohne Trainer Ergin Ataman, der am Freitag mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus musste, unterlag Anadolu Efes dem Tabellenneunten Büyükçekmece am Sonntag trotz 25 Punkten von Amath M’Baye mit 97:98. Mit 15:6 Siegen ist Anadolu Efes jetzt in der Tabelle hinter dem Überraschungsteam Türk Telekom Ankara und Fenerbahçe (beide 18:3) sowie Karsiyaka Izmir (16:5) nur noch Vierter.

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