GDL-Chef Claus Weselsky

Dez 21, 2023

Der Mega-Streikplan der Lokführer!

Knallhart-Gewerkschaftler Claus Weselsky (64), Chef der Lokführergewerkschaft GDL, schlägt im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn auf einmal vermeintlich mildere Töne an.

„Einen unbefristeten Streik auszurufen, wäre mit Blick auf die Kunden und die wirtschaftlichen Folgen nicht in Ordnung“, sagte Weselsky der „Rheinischen Post“.

Die Mitglieder der GDL hatten am Dienstag per Urabstimmung den Weg für unbefristete Arbeitskämpfe freigemacht, 97 Prozent der abstimmenden Mitglieder stimmten für unbefristete Streiks.

Jetzt schränkte Weselsky ein: „Wir werden Streiks von drei bis maximal fünf Tagen machen“. Doch hinter dieser Aussage steckt ein Mega-Streikplan der Lokführer!

DENN: Mit Streiks von bis zu fünf Tagen würde die Knallhart-Gewerkschaft Deutschland komplett lahmlegen!

UND: Mit einem fünf-Tage-Streik würde die GDL an ihre bisher längsten Streiks anknüpfen.

▶︎ Der bisher längste GDL-Streik bei der Bahn fand mit 127 Stunden (5 Tage plus 7 Stunden) im Personenverkehr und sogar mehr als fünf Tagen im Güterverkehr im Mai 2015 statt.

► Und auch 2021 streikte die GDL für etwa fünf Tage, legte damit Deutschland lahm.

Es geht vor allem um die Arbeitszeit

Am Dienstag hatte der GDL-Chef mit einem Streik ab dem 8. Januar gedroht, wenn das Management der Bahn bis dahin nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingehen sollte. Dabei bliebe es auch, so Weselsky weiter.

Dabei müsse die Absenkung der Arbeitszeit im Vordergrund stehen wie auch der Tarifvertrag für die Fahrdienstleiter und der Rahmentarifvertrag für die Fahrzeuginstandhaltung.

In der aktuellen Tarifrunde haben die Lokführer bislang zweimal ihre Arbeit niedergelegt und damit den Bahnverkehr weitgehend zum Erliegen gebracht. Die Gewerkschaft hatte Ende November die Gespräche mit dem Staatskonzern für gescheitert erklärt.

Größter Streitpunkt ist die von der GDL geforderte Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Stunden pro Woche für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Dazu verlangt sie 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro.

Redakteur: Dirk Thomas Meerkamp (Chefredakteur)

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