Geheim-Gremium?

Dez 29, 2023

Neuer Wirbel um Hertha-Investor 777 Partners.

Wie groß ist der Einfluss von Investor 777 Partners bei Hertha BSC wirklich?

Einem Bericht des Nachrichtenportals „Business Insider“ (gehört wie B.Z. zu Axel Springer) offenbar größer als bisher angenommen. Demnach planten der Zweitligist und der Investor ein Geheim-Gremium zu schaffen, dass den US-Amerikanern mehr Einfluss und Mitsprache ermöglicht.

Aber ist dieser Einfluss dann satzungskonform mit der 50+1-Regel? Dieses sogenannte „Shareholders‘ Executive Committee“ wäre ein übergeordnetes Gremium mit weitreichenden Kompetenzen, das sogar das jährliche Budget genehmigen soll.

Laut Unterlagen, die „Business Insider“ vorliegen, sind im „Shareholders‘ Executive Committee“, das als „Forum für Diskussionen auf Führungsebene“ bezeichnet wird, zwei von fünf Plätzen für den Investor reserviert. Hertha-Präsident Kay Bernstein, sein Vize Fabian Drescher und Geschäftsführer Thomas Herrich hätten als Hertha-Vertreter die Mehrheit. Doch könnte der Investor so seinen Einfluss erhöhen und aus seiner Sicht Druck ausüben. Zumal Beschlüsse „im Grundsatz einstimmig“ gefasst werden sollen.

Redaktion fragte Hertha: Gibt es das „Shareholders‘ Executive Committee“? Der Verein antwortete: „Abgesehen von dem Aufsichtsrat und dem Beirat der KGaA gibt es kein weiteres Gremium, das aus Mitgliedern von Hertha BSC und 777 Partners besteht. Ein ‚Shareholder Executive Committee‘ existiert nicht.“

Mitte März 2023 hatte Hertha nach Einstieg des Investors die neue Gremienverteilung offiziell verkündet.

Demnach bilden den neuen Aufsichtsrat der KGaA der Vorsitzende Marius Freiherr Marschall von Bieberstein sowie dessen Stellvertreter Steven W. Pasko und Josh Wander (beide von 777 Partners) sowie Klaus Siegers (Vorstandsvorsitzender der Weberbank) und Frank Kohler (Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Berlin).

Neben der Neuwahl des Aufsichtsrates wurden zugleich die beiden neuen Vertreter des Aktionärs 777 Partners Don Dransfield (Chief Executive Officer of 777 Football Group) sowie Markus Hunold (Advisor/Berater) in den Beirat der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gewählt.

Bis Saisonende soll 777 rund 60 Mio. Euro an die finanziell angeschlagenen Berliner überweisen. Insgesamt will der Investor rund 100 Mio. Euro Eigenkapital bereitstellen. Der Einstieg der Amerikaner rettete Hertha nach dem Bundesliga-Abstieg wohl die Lizenz.

Redakteur: Dirk Thomas Meerkamp (Chefredakteur)

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