Berlin und Brandenburg

Jan 12, 2024

Deutscher Wetterdienst warnt ab Freitagnachmittag wieder vor Glätte.

Minusgrade, kalte Böden, Nieselregen: Viele Straßen und Gehwege verwandelten sich am Donnerstagabend in Rutschbahnen. Die Glättewarnung ist nun vorerst aufgehoben, doch ab Freitagnachmittag könnte es erneut rutschig werden.

  • Auf vielen Straßen und Gehwegen hatte sich gefährliche Eisglätte gebildet
  • Deutscher Wetterdienst hebt Warnung am Freitagvormittag vorerst auf
  • Viele Unfälle, in Berlin starb dabei ein Mensch. Ob Glätte die Ursache war, ist unklar
  • Neue Warnung vor Glätte – vor allem in Berlin und Brandenburg/Havel – ab Freitagnachmittag

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitagvormittag die Glättewarnung für Berlin und Brandenburg aufgehoben. Zuvor wurde im südlich vom Havelland, im Berliner Raum und im Oderbruch gewarnt.

Inzwischen gibt es für Berlin und die Stadt Brandenburg an der Havel eine neue Warnung. Zwischen Freitagnachmittag 16 Uhr und Samstagvormittag um 10 Uhr warnt der DWD hier erneut vor Glätte und Rutschgefahr.

Berliner Feuerwehr zwischenzeitlich im Ausnahmezustand

Die Berliner Feuerwehr hatte am Donnerstag Hunderte Rettungseinsätze gefahren, die auf Glätte zurückzuführen sind. Wie ein Sprecher dem rbb am Freitagmorgen sagte, gab es bis 20 Uhr rund 300 entsprechende Einsätze. Danach habe sich die Lage entspannt und die Zahl der Notrufe sei zurück gegangen. Der Ausnahmezustand konnte kurz vor Mitternacht beendet werden, so der Sprecher weiter.

Auch am Freitagmorgen gab es laut Feuerwehr Glätteunfälle, aber nicht so gehäuft wie am Donnerstag. Die Bevölkerung habe sich auf die Lage eingestellt, hieß es. Man empfehle weiterhin, auf unnötige Wege zu verzichten; vor allem Bürgersteige seien teilweise noch überfroren.

Wie die Polizei dem rbb am Freitagmorgen mitteilte, kam es am Donnerstagabend zu einem tödlichen Unfall auf der Hochstraße in Gesundbrunnen. Ob dieser auf Glätte zurückzuführen ist, ist aber noch unklar. Damit hat die Polizei eine anderslautende Meldung aus der Nacht korrigiert.

Wie eine Sprecherin sagte, hatte ein 74-Jähriger kurz nach 18 Uhr die Hochstraße überquert und wurde von einem Auto erfasst, das gerade einen Linienbus überholte. Der Fahrer oder die Fahrerin flüchtete unerkannt. Der Fußgänger starb einige Stunden später im Krankenhaus. Die Polizei fahndet nach dem Unfallfahrer und sucht nach Zeugen.

Die Berliner Stadtreinigung ist nach eigenen Angaben im „Volleinsatz“: Der Winterdienst streue Feuchtsalz auf wichtigen Straßen, Radfahrstreifen und Überwegen. Auf Nebenstraßen und Radwegen seien Auftaumittel aber gesetzlich nicht erlaubt, so die BSR.

Auch in Wusterhausen schwerer Unfall

Bei einem Verkehrsunfall zwischen Plänitz und Wusterhausen/Dosse wurde am Donnerstagabend eine 35 Jahre alte Autofahrerin schwer verletzt. Wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin am Freitagmorgen sagte, verlor die Fahrerin auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über ihr Auto und prallte gegen einen Baum.

Dabei wurde sie eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Die 35-Jährige kam schwerverletzt in ein Krankenhaus. Laut Polizei war die Fahrerin mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs. Es entstand ein Schaden von rund 15.000 Euro.

Laut Polizei war dies der einzige glättebedingte Unfall in Prignitz und Ostprignitz-Ruppin seit Donnerstagabend.

Doppelt so viele Unfälle in Südbrandenburg

Auch die Polizeidirektion Süd hat seit Donnerstagmittag vermehrt witterungsbedingte Unfälle registriert, wie ein Sprecher rbb|24 sagte. Es sei eine ungefähre Verdopplung der Verkehrsunfälle im Vergleich zu normalen Tagen. Der Schwerpunkt lag demnach im nördlichen Dahme-Spreewald-Kreis. In den meisten Fällen sei es bei Sachschäden zwischen 1.000 und 10.000 Euro geblieben.

Nach einem Unfall Donnerstagabend auf der Autobahn 13 blockierte ein Lkw-Sattelzug zwei Fahrspuren in Richtung Dresden. Der Laster war laut Polizei auf der glatten Autobahn ins Rutschen gekommen, habe sich auf die linke Fahrspur gedreht und dort ein Auto gerammt, das gegen die Mittelschutzplanke stieß. „Entgegen erster Vermutungen wurde niemand verletzt, aber bei einem Sachschaden von etwa 40.000 Euro mussten für beide Fahrzeuge Abschleppdienste organisiert werden.“

Nach Angaben der Notrufleitstelle Lausitz, die für Südbrandenburg zuständig ist, wurde sie am Donnerstag, zwischen 17 Uhr bis in die Nacht hinein, wegen 20 witterungsbedingten Einsätze alarmiert. Der Freitag sei aber bisher ruhig geblieben, sagte ein Sprecher der Redaktion.

Redakteur: Dirk Thomas Meerkamp (Chefredakteur)

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