Eisbären Berlin gewinnen 4:6 in München

Jan 15, 2024

Eisbären gewinnen spektakuläres Top-Spiel gegen den deutschen Meister.

Im Duell mit dem deutschen Meister haben die Eisbären einen wichtigen Auswärtserfolg in München geholt. Nach langsamem Beginn entwickelte sich die Partie zu einem Offensivspektakel, in dem die Eisbären viermal den Ausgleich kassierten.

Im Top-Spiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben die Eisbären Berlin am Sonntag einen bedeutenden Erfolg geschafft. Das Team des Trainers Serge Aubin gewann beim aktuellen deutschen Meister EHC München mit 6:4 (0:0, 3:2, 3:2) und beendete damit eine Niederlagen-Serie von drei Spielen. In der Tabelle bleiben die Berliner trotz des Erfolgs weiter Zweiter hinter den Pinguins Bremerhaven.

Die Treffer für die Eisbären erzielten Manuel Wiederer (22., 36. und 57.), Frederik Tiffels (29.), Tobias Eder (51.) und Morgan Ellis (60.).

München dominiert, die Berliner haben die beste Chance

Im Münchener Olympia-Eisstadion bekamen die Zuschauer in der Anfangsphase ein ausgeglichenes Spiel zu sehen. Beide Teams ließen es kontrolliert angehen und gingen wenig Risiko ein. Auch das frühzeitige erste Powerplay nach nur zwei Minuten konnten die Gäste aus der Hauptstadt noch nicht nutzen, um wirklich gefährlich zu werden. Ähnlich sah es bei den Münchnern aus, die wenig später 43 Sekunden lang sogar in doppelter Überzahl waren, aber nicht zum Abschluss kamen.

Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs wurden die Gastgeber allerdings nach und nach dominanter, setzten die Eisbären unter Druck und kamen nun zu einigen guten Schüssen. Doch am jungen Berliner Goalie Jonas Stettmer, der von Trainer Serge Aubin heute statt dem eigentlichen Stammtorhüter Jake Hildebrand aufs Eis geschickt wurde, war vorerst kein Vorbekommen.

Die Gäste hielten dem Druck jedoch stand und konterten sich noch vor der ersten Pause zur bislang besten Chance der Partie. Nach einem Save von Stettmer ging es schnell nach vorne: Zach Boychuk bediente Frederik Tiffels, der nur noch den Münchner Goalie Mathias Niederberger zu schlagen hatte, den Puck aber an die Latte knallte.

Fünf Tore im zweiten Drittel

Befeuert von der Großchance starteten die Eisbären deutlich besser in das zweite Drittel und belohnten sich prompt: Links von der blauen Linie brachte Julian Melchiori die Scheibe zum Tor. Schon da tauchte Manuel Wiederer links neben der Kiste auf, doch erst Sekunden später landete ein Querpass von Marcel Noebels tatsächlich bei ihm. Der Angreifer zögerte nicht lang und feuerte den Puck zu seinen achten Saisontreffer ins Netz (22.).

München versuchte schnell eine Antwort zu geben. Erst konnte die Defensive der Gäste das druckvolle Angriffsspiel noch verteidigen, doch nur fünf Minuten nach dem Führungstreffer fiel dann der Ausgleich. EHC-Angreifer Trevor Parkes zog aus dem linken Bullykreis nach innen, umkurvte zwei Verteidiger und überwand den gut zugedeckten Goalie Stettmer mit einem wuchtigen Vorhandschuss ins rechte Eck (27.). Doch Berlin schlug sofort zurück: Eric Hördler machte die Scheibe links an der Bande fest und fand dann seinen Mitspieler Tiffels. Der machte noch zwei Schritte nach innen und jagte die Scheibe unhaltbar zur erneuten Führung in den Winkel (29.).

Die Partie hatte sich mittlerweile zu einem munteren Offensivspektakel mit hoher Intensität und vielen Chancen auf beiden Seiten entwickelt. Erst waren die Eisbären kurz davor, die Führung weiter auszubauen, dann kamen die Gastgeber zum erneuten Ausgleich. Mit einem starken Solo setzte sich Veit Oswald an der linken Bande durch, ließ sämtliche Berliner stehen und traf aus spitzem Winkel ins Tor (34.).

Und wieder dauerte es nur zwei Minuten, bis das Team von Serge Aubin zurückschlug und erneut in Führung ging. Noebels fand mit einem riskanten Pass rechts im Bullykreis Kai Wissmann, der daraufhin Platz hat und Wiederer im Slot sah. Der bekam die Scheibe perfekt serviert und netzte eiskalt ein (36.).

Spektakel bis zum Schluss

Nach der letzten Pause übernahm der deutsche Meister vorerst wieder die Kontrolle, belagerte das Berliner Tor und kam immer wieder zu Abschlüssen. Und so dauerte es nicht lange, bis zum erneuten Ausgleich. Torhüter Stettmer konnte einen Schuss von Parkes nur zur Seite klatschen lassen, wo Nico Krämmer goldrichtig stand, um den Rebound über die Linie zu drücken (43.).

Doch statt nun völlig in Richtung der Gastgeber zu kippen, entwickelte sich die Partie danach wieder zu einem munteren Hin-und-Her, wie schon im zweiten Durchgang. Neun Minuten vor dem Ende ging Berlin dann tatsächlich zum vierten Mal in Führung. Kai Wissmann steckte die Scheibe von der blauen Linie in den hohen Slot zu Tobias Eder durch. Der drückte aus der Drehung sofort ab und traf durch die Schoner des Goalies Niederberger flach ins Netz (51.).

Ellis schiebt ins leere Tor ein

Dabei sollte es in dieser verrückten Partie jedoch nicht bleiben. Denn die Geschehnisse wiederholten sich und die Münchner kamen erneut zum Ausgleich. Markus Eisenschmid nutzte eine doppelte Überzahl und feuerte den Puck aus dem linken Bullykreis unter die Latte (55.).

Eigentlich hätte das Duell zu diesem Zeitpunkt eine Verlängerung verdient gehabt, doch der Tore-Wahnsinn fand noch in der regulären Spielzeit sein Ende. Drei Minuten vor Schluss eroberte Wiederer die Scheibe im eigenen Drittel und erzielte nach einem Solo seinen ersten DEL-Hattrick (57.). Zum fünften Mal gingen die Eisbären so in Führung und dieses Mal sollten sie sich diese nicht mehr nehmen lassen. Denn die Bemühungen des deutschen Meisters in den letzten Minuten blieben erfolglos. Der Berliner Morgan Ellis setzte mit einem Befreiungsschlag, der ins leere Tor der Münchner trudelte, sogar noch den Schlusspunkt zum 6:4 (60.).

Redakteur: Dirk Thomas Meerkamp (Chefredakteur)

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