Spiel zwei bleibt am Bodensee

Apr 18, 2024

BR Volleys mit dem Rücken zur Wand

Auch im zweiten Playoff-Finale mussten sich die BR Volleys dem VfB Friedrichshafen beugen. Beim 1:3 (25:19, 28:30, 15:25, 16:25) verloren die Berliner mit Satz zwei nicht nur den spielentscheidenden Durchgang, sondern in diesem auch ihren Kapitän Ruben Schott. Eine MRT-Untersuchung am Donnerstag wird Aufschluss über die Schwere der Verletzung am linken Sprunggelenk geben. Ob mit oder ohne ihren Spielführer, die Hauptstädter sind gefordert, am Samstag (20. Apr um 18.00 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle das erste Matchball-Spiel des VfB abzuwehren.

Der in Spiel eins 3:2 erfolgreiche VfB Friedrichshafen betrat den heimischen Court in unveränderter Formation, während BR Volleys Headcoach Joel Banks einen Wechsel im Mittelblock vornahm. Nehemiah Mote meldete sich wieder fit und ersetzte Saso Stalekar. Ein wichtiges Element stimmte von Beginn an: Diesmal konnten die Berliner auswärts zunächst mehr Aufschlagdruck entfachen als die Häfler. Mit guten Blockkontakten sammelten die Männer in den schwarzen Trikots daraus auch früh wichtige Breaks ein (8:4). Mote unterstrich nicht nur im Block seinen Wert, er provozierte auch den Übergriff-Fehler von Batak mit all seiner Erfahrung (15:10). Dazu wehrte Zuspieler Johannes Tille glänzend ab und Marek Sotola nutzte vorn die Chancen, die Führung auszubauen (20:14). Allein sieben Punkte gingen auf das Konto des Tschechen, ebenfalls sieben resultierten aus den Aufschlagfehlern der Gastgeber. Die letzten beiden erzielten aber Timothée Carle und Ruben Schott (25:19).

Natürlich war es Masso, der mit dem ersten Ass neues Feuer beim VfB entfachte (4:7). Dann folgte der bittere Moment des Abends: Beim Ballwechsel zum 8:11 knickte Kapitän Schott um und musste genau 100 Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele mit einer Sprunggelenksverletzung vom Feld. Cody Kessel ersetzte ihn und Sotola hielt seine Mannschaft im Satz (13:15). Per Block verkürzte Mote weiter und es gelang der Ausgleich (17:17). Der Ex-Friedrichshafener Daniel Malescha kam als Blockverstärkung zu seinem ersten Einsatz nach überstandener Blinddarm-OP (22:22). Punktelieferant Sotola übertrat dann unglücklich zum 22:24, aber Mote & Kessel blockten gemeinsam gegen Superlak (24:24). In der Satzverlängerung punktete der Amerikaner fleißig, aber Carle fand letztlich keine Blockfinger und Friedrichshafen glich aus (28:30).

Die BR Volleys kämpften nun mit sich und dem Spiel (1:4, 4:8). Als Sotola zweimal im VfB-Block hängenblieb, ersetzte ihn Malescha dauerhaft (7:13). Die Hausherren blieben aber am Drücker (11:18) und alle Wechsel von Banks halfen nichts, Friedrichshafen zog im Satz davon (15:25). Robert Täht (für Kessel) und Tobias Krick (für Mote) durften im vierten Durchgang weitermachen, doch wieder misslang der Start (0:3). Längst schlug der VfB besser auf als die Berliner und so hatte Tille einen schweren Stand im Zuspiel (4:9). Während auf der anderen Seite Masso für weitere Highlights sorgte, konnten die Hauptstädter im Angriff nicht mehr zulegen (9:15). Ohne Schott auf der Platte fehlte es an Kontrolle und Stabilität. Die BR Volleys Annahme hielt nicht mehr (13:21) und Superlak setzte den letzten Ball perfekt auf die Außenkante der Linie (16:25). Gegen die Häfler Annahme um MVP Tim Peter gelang letztlich kein einziges Ass.

Damit ist die Situation identisch zu der vor zwei Jahren. Erneut kommt Friedrichshafen mit zwei Siegen im Gepäck zu Spiel drei in die Max-Schmeling-Halle, wo noch keine andere Mannschaft Deutscher Meister wurde als die Berliner. Diesen Status werden Tille & Co versuchen zu erhalten.

Stimmen zum Spiel
Joel Banks: „Es ist eine bittere Niederlage. Letztlich hat das Spiel zwei Hälften. Wir haben es viel besser begonnen als am Montag, hatten Kontrolle und Disziplin. Im zweiten Satz hatten wir einen nicht so dynamischen Start, aber waren trotzdem noch recht stabil. Rubens Verletzung war einschneidend, aber Cody kam mit guter Energie rein. Wir konnten einige Satzbälle abwehren und hatten auch selbst die Chance. Der Satzverlust hat uns dann trotzdem aus der Bahn geworfen. Jeder hat versucht, etwas zu ändern, aber wir waren in den Sätzen drei und vier nur die zweitbeste Mannschaft.“

Johannes Tille: „Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und haben leider den zweiten Satz knapp verloren. Das Problem ist, dass wir den Kopf danach zu schnell hängen lassen. Wir können Rubens Verletzung nicht als Entschuldigung nehmen, denn danach haben wir auch im zweiten Satz ordentlich weitergespielt. Für uns hat sich nichts verändert. Wir müssen noch immer drei Spiele gewinnen und solange wir das dritte Match nicht verloren haben, geht es weiter.“

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